Was ist und was kann Scrum?

Bei Scrum handelt es sich um ein Rahmenwerk für die agile Entwicklung. Die Methode stellt sicher, das die Erarbeitung, Bereitstellung und Aufrechterhaltung komplexer Produkte gewährleistet wird. Mit spannenden Effekten auch für die Unternehmenskultur. Wir stellen Scrum vor.

Scrum hat sich unter den Frameworks für die agile Entwicklung weit verbreitet und viele Unternehmen profitieren von der resultierenden Flexibilität und verkürzter Time-to-Market. In unserer Beratungspraxis nutzen wir Scrum in Projekten und haben das Framework und seine Möglichkeiten für ein grundlegendes Verständnis plakativ aufbereitet. Also was ist und was kann Scrum?

Der Begriff hat seinen Ursprung im Rugby und wurde adaptiert, um die Bedeutung der Einheit des Teams und das kooperative, selbstorganisierte Miteinander hervorzuheben.

Entwickelt wurde Scrum 1995 von den beiden Autoren des Scrum Guides Ken Schwaber und Jeff Sutherland. Zunächst hatte sich die Methodik in der Softwareentwicklung etabliert, aber heutzutage ist Scrum für agile Prozesse und als Vorgehensmodell im Projektmanagement angekommen.

Unternehmen entscheiden sich primär für diese Methoden, da sie höhere Ergebnisqualität, motiviertere Mitarbeiter und eine schnellere Umsetzung der Anforderungen verspricht.

Scrum im Überblick


Die Abbildung verdeutlicht die Verknüpfung der Funktionsweise des Frameworks Scrum und den einzelnen Komponenten. Bei Scrum wird ein iterativer, inkrementeller Ansatz verwendet. Hinter inkrementellen Prozessen steckt in der Softwareentwicklung das Liefern von Ergebnissen in Einzelteilen. Jedes Inkrement repräsentiert hierbei eine in sich komplette und verwendbare Funktionalität. Iterative Prozesse bedeuten in diesem Kontext, dass Verbesserungen schrittweise durchgeführt werden, bis das gewünschte Endprodukt erarbeitet ist.

Im Ein- bis Vier-Wochen-Takt finden im Kontext dieser Iterationen sogenannte Sprints statt, in welchen gesetzte Ziele und Aufgaben bearbeitet werden. Diese kurze Taktung erlaubt es, neue Erkenntnisse und veränderte Anforderung schneller in der Umsetzung zu berücksichtigen.

Im Rahmen jedes Sprints spielen vier verschiedene Events eine zentrale Rolle. Zu Beginn jedes Sprints findet ein Sprint Planning durch das gesamte Scrum Team statt. Im Rahmen des Sprint Plannings werden alle Ziele und Aufgaben für den anstehenden Sprint zusammengetragen und die entsprechenden Verantwortungen aufgeteilt. Bei dem Daily Scrum kommt das Scrum Team zusammen und spricht innerhalb von 15 Minuten über den aktuellen Stand der Arbeit auf dem Weg zur Erreichung des jeweils aktuellen Sprintziels. Das Sprint Review findet am Ende eines Sprints statt. Das Team kommt auch hier im Plenum mit seinen Auftraggeber*innen zusammen und überprüft die Aufgabenerreichung des vergangenen Sprints. Im Anschluss bietet die Sprint Retrospektive die Möglichkeit, bisherige Arbeits- und Vorgehensweisen teamintern zu reflektieren und anzupassen.

Die Kombination aus fokussiertem Arbeiten und bewusster Reflektion des eigenen Handelns, die eine bewusste Anpassung des individuellen und gemeinsamen Arbeitens ermöglichen soll, ist eines der essentiellen Merkmale von Scrum.

Im Idealfall sollen alle Ergebnisse, Themen, Ideen, Erkenntnisse oder Anforderungen in angebrachtem Umfang dokumentiert und für die Zukunft festgehalten werden. Alle Fortschritte und Ergebnisse sind für alle Stakeholder transparent.

Das bereits mehrfach erwähnte Scrum Team arbeitet gemeinsam an der Zielerreichung und beinhaltet hierfür verschiedene Verantwortungen. Ein solches Team besteht aus bis zu zehn Mitgliedern, unter welchen die Rollen mit den Bezeichnungen Scrum Master, Product Owner und Developer aufgeteilt werden. Hierarchien oder Teilteams existieren in diesem Kontext nicht.

  • Ein Product Owner ist verantwortlich für die Gestaltung und Bestimmung der unterschiedlichen Aufgaben. Er/sie ist fokussiert auf die Wertmaximierung. Darüber hinaus ist er/sie bezüglich der Zielerreichung in ständiger Rücksprache mit den Stakeholdern.
  • Der Scrum Master ist für die Effizienz des Teams verantwortlich. Es/sie coacht das Scrum Team und unterstützt sowohl das Team als auch die Organisation dabei die Scrum-Theorie zu verstehen und anzuwenden. Es/sie verantwortet das Rahmenwerk der Zusammenarbeit. Darüber hinaus begleitet er/sie das Team individuell und im Ganzen, hilft bei Konfliktlösung und steuert Feedback bei, um die Entwicklung des Teams beständig anzuregen.
  • Die Developer liefern die Produktfunktionalität und die nötige Qualität. Ihre Aufgaben werden abhängig von Fähigkeiten und Anforderungen definiert.

Scrum stellt in Betrachtung der Vorteile und Flexibilität der Handhabung ein ideales Werkzeug dar, um Veränderungen im Unternehmen erfolgreich umzusetzen. Das Risiko des Scheiterns wird durch Anpassungen während des Vorgangs, klare Rollen und Aufgaben und das begleitende Feedback minimiert. Die Qualität des Ergebnisses ist durch andauernde Einbindung des Kunden, Nutzung bereits vorhandener Kompetenzen und den kontinuierlichen Lernprozess gewährleistet. Darüber hinaus ermöglicht die Bündelung von Kapazitäten in einem Zeitplan eine effiziente Erledigung der einzelnen Aufgaben.

Auch Teamfaktoren werden im Rahmen von Scrum nicht vernachlässigt. Die täglichen Abstimmungen und Zusammenarbeit fördern den Zusammenhalt und das Netzwerken maximal.

Insgesamt führt eine agile und zentrale Teamsteuerung zu einer gesteigerten Effektivität, kontinuierlichen Verbesserungen der Ergebnisse und der bestmöglichen Durchführung von Veränderungsprozessen.

Autor

  • Guido Schmitz

    Guido Schmitz ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Pentadoc AG. Als Berater betreut Guido Schmitz Unternehmen in Prozessen der Strategieentwicklung im Bereich Informationslogistik, führt und moderiert Workshops zum Anforderungsdesign. Guido Schmitz ist ein gefragter Keynotespeaker auf Strategietagungen und Kongressen.

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