Wie der Fokus „Mensch“ sich auszahlt

In unserem letzten Artikel ging es um die Haltung, den Mensch als Mittelpunkt der Veränderung zu betrachten. Dazu wandeln wir nicht nur unser Denken, sondern wir nehmen den Menschen auch ganz praktisch in die Schnittstellen der Veränderung mit. Oft kommt bei diesem Thema auch die Frage auf, ob sich das ganze denn auch rechnet. Lässt sich diese Haltung denn bemessen?

Mehr als visionäre Worte

Dem Menschen eine zentrale Rolle in Veränderungsprozessen zukommen zu lassen, rechnet sich. Um das genauer darzustellen, helfen uns zwei Konzepte.

Zum einen geht es hier um soziales und emotionales Lernen. Dies bringt vor allem Positivität und Langlebigkeit. Wenn wir mit Menschen partizipativ und erlebbar an der Veränderung arbeiten, können wir es einfacher schaffen, eine positive Zukunft zu generieren. Wir können Widerstände abbauen und dafür sorgen, dass Neues Wissen und Arbeitsweisen sich etablieren, stabil halten und gewollt sind. Interner Widerstand und Kurzlebigkeit der Veränderung – zwei wesentliche Hürden haben wir also schon mal überwunden.

Zum anderen zahlt der Fokus auf den Menschen auf die Erlebnisse der Mitarbeitenden ein. Positive Erlebnisse bringen die Vorteile mit sich, die Unternehmen von einem hohen Mitarbeitenden-Engagement haben. Laut Studien von Gallup und einem Bericht der Josch Bersin Company sind das unter anderem:

  • Bis zu 80% weniger Fehlzeiten
  • Zwischen 18% und 43% geringere turnover rate
  • Bis zu 18% mehr Produktivität
  • Bis zu 20% mehr Profitabilität
  • Deutlich höhere Kundenzufriedenheit
  • Sind deutlich (5-mal) eher in der Lage, sich an Veränderungen anzupassen

Mit dem Menschen im Fokus auf Veränderungen zuzugehen und sie umzusetzen, rechnet sich also. Und idealerweise löst man keine Probleme - man lässt sie gar nicht erst entstehen. Das zu versprechen wäre töricht – Es läuft nie wie geplant. Zumindest aber hat man dann schon das notwendige Team bei und hinter sich, um gemeinsam das Beste daraus zu machen. Ein Faktor, der oft das „Zünglein an der Waage“ ist.

Auch wenn solche Rechnungen in unserer Welt voller „facts and figures“ wichtiger Bestandteil sind, bleiben sie dennoch nur eine Seite der Medaille: Auf der anderen steht eine menschenorientierte Haltung. Wir setzen den Faktor Menschen aus Überzeugung in die Mitte und bringen ihn und die Veränderung um ihn herum in Balance.

Die Füße bleiben nicht still? Sie wollen am liebsten schon gleich etwas tun? Optimal!

Hier sind drei Dinge, die Sie schon jetzt umsetzen können, um mehr Fokus auf den Menschen zu setzen.

  1. Mache Retros
    Retrospektiven sind grandiose Werkzeuge, um dein Team einzubinden, einzufangen und eine (neue) Bindung aufzubauen!
  2. Hol dir Resonanz ein!
    Eine Frage, die vor allem im spannungsbasierten Arbeiten benutzt wird und Wunder wirkt: „Was brauchst du?“. Damit bezeugen wir Zuwendung, Anteilnahme und Unterstützen den Lösungsprozess! Das nächste Mal, wenn ein Teammitglied von einem Problem erzählt, frage nach, was er/sie braucht und hilf so, einen Schritt weiter nach Vorne zu gehen.
  3. Standardisierung 
    "Scheiter heiter" ist eines der Prinzipien der Angewandten Improvisation und lehrt genau das - einen besseren Umgang mit Fehlern. Dass wir Fehler machen ist unvermeidbar - wie wir damit umgehen, nicht selbstverständlich. "Scheiter heiter" erinnert uns daran, dass wir die Sicht auf unsere Welt selbst bestimmen und uns fragen können: Was bringt der Fehler Positives mit sich?

Es lässt sich übrigens auch gut wünschen – Also scheitert heitert, bis zum nächsten Mal!

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