2 Jahre OKR – Licht und Schatten 

Ja, Licht und Schatten, aber vor allem Licht. 
Weniger, weil OKR so erleuchtend ist, wie viele Artikel und Botschafter vermuten lassen, sondern vor allem, weil wir es geschafft haben, ein vorhandenes Framework auf unsere Bedürfnisse anzupassen und wirklich schnell iterativ auf Learnings zu reagieren. 

Und genau dieser langfristige Erfolg ist unser Anlass, etwas tiefere Einblicke in unsere Learnings zu ermöglichen. 

Vorgaben und Führung – wie viel darf es sein? 

Auf dem Weg zu mehr Klarheit im OKR-Prozess kamen wir unter anderem an der Frage vorbei, welches Gleichgewicht es zwischen Vorgaben top down (Strategie, Moals, etc.) und der vorhandenen Schwarmintelligenz bottom up braucht. Während wir uns am Anfang den Unternehmenszielen hauptsächlich bottom up näherten – auch ein Symbol für den großen Willen, jeden Einzelnen an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens zu beteiligen – zeigte sich in den ersten Zyklen stärker ein Bedarf an einerm klaren Richtung, in die das Schiff steuern soll und einigen konkreteren Vorgaben aus dem Führungskreis. So näherten wir uns unserem Optimum, indem wir durch Moals Unternehmensziele für das nächste Jahr als Orientierungsflanken zur Verfügung stellten. Heute gibt es top down sogar Vorgaben durch Schwerpunkte auf einzelne Moals je Quartal. Wie wir dorthin kommen, ergibt sich nach wie vor und mit brachialer Stärke und immer schärferem Fokus durch das Erfahrungswissen des ganzen Organismus – bottom up. 
Eins unserer wesentlichen Learnings also: OKR braucht klare strategische Leitlinien und ein gemeinsames Bild im Management!

Agilität leben und Erkenntnisse flexibel aufnehmen 

Was hat uns geholfen solche Erkenntnisse zu gewinnen und iterativ zu adaptieren? Allem voran der Wunsch und die bewusste Offenheit, immer wieder unser OKR Framework à la Pentadoc zu inspizieren und zu beobachten. 
Dazu haben wir einen internen Kreis an OKR Mastern aufgebaut, der sich regelmäßig in einer Community of Practice zu Beobachtungen und notwendigen Anpassungen austauscht. Dazu braucht es nicht viel Zeit und lange Meetings. Viel wichtiger ist, Beobachtungen der Community in konkrete Vorschläge umzuwandeln und diese abzustimmen, sodass sie sich schnell und moderiert auf die Arbeit mit OKR im Unternehmen auswirken können. Da kann es schon mal passieren, dass man erst nach dem dritten Tool, welches die optimale Integration in den „normalen“ Arbeitsalltag ermöglicht, zur Ruhe kommt. Dann blickt man zufrieden in den Rückspiegel, auch weil man mutig Tools nach einem halben Jahr wieder abgeschnitten hat. 
Ein weiteres Learning: Das Tool muss die Methode unterstützen und darf nicht im Arbeitsalltag abgrenzend oder störend wirken. 

Gemeinsam und Schritt für Schritt 

Bleibt noch eins der erwähnenswerten Learnings, das so selbstverständlich ist, wie gleichzeitig schwer zu befolgen: Es braucht Geduld! 
Da gibt es Zyklen, in denen man versucht sein mag, OKR die Sinnfrage zu stellen, weil es an Alignment, an Commitment, an Fokus mangelt. Wenn man nach zwei Jahren aber zurückblickt und es geschafft hat, offen zu bleiben und sich für viele Anpassungen nicht zu schade war, dann sitzt man auf einmal mit strahlenden Augen im OKR-Review, und versteht, wie viel Klarheit, Fokus und Outcome uns diese Geduld gebracht hat – viel Licht!